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Die Umwidmung des Schloßbergs: nur mehr eine Randnotiz in einem Gemeindeblatt wert!

In der Gemeinderatssitzung vom 20.12.2019 wurde neben dem Haushaltsvoranschlag 2020 auch über die Widmung des Schlossbergs in Markt Hartmannsdorf in Bauland beraten. Unterstützerinnen und Unterstützer, die für die Petition zum „Erhalt des Schlossbergs“ in seiner bestehenden Form Unterschriften gesammelt hatten fanden sich ein, um dem Nachdruck zu verleihen.

Die zahlreichen Einwendungen der betroffenen Anrainerinnen zur Flächenwidmungsplan-Änderung sowie der Verantwortungsträger des Landes Steiermark wurden behandelt und teilweise wurde ihnen auch stattgegeben. Im Zuge dessen wurden die Unterstützungserklärungen an Bgm. Otmar Hiebaum und den Gemeinderat übergeben.

Die Gegner dieses Projekts argumentierten aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes, der Fauna und Flora, kleinklimatisch-meteorologischen und  kulturellen Gründen sowie aufgrund von Sicherheitsbedenken für den Erhalt des Bestands. Zudem sehen sie den Grundeigentümer in der Pflicht, sich sowohl seiner ökonomischen wie ökologischen Verantwortung zu stellen.

In der entscheidenden Abstimmung wurde allerdings mehrheitlich für das Projekt votiert. Nichtsdestotrotz geben sich die Unterstützerinnen und Unterstützer weiterhin kämpferisch, die Anlage für die Nachwelt zu erhalten.


Frido Hütters Beitrag zum "Schloßberg ohne Schloss" in der Kleinen Zeitung...

Im Heimatort meiner Kindheit, einem hübschen, seit Jahren aufstrebenden Markt mit wohlmeinenden Menschen, gibt es einen "Schloßberg". Aber kein Schloss.
Besagter Hügel hatte alte Obstbäume an seinen Hängen und oben eine kleine plane Fläche, auf der hin und wieder Feste gefeiert wurden und das Osterfeuer brennen durfte. 
Nun sollen dort neue Häusergebaut werden, der Markt ist, wie gesagt, aufstrebend.

Das ist weder ungewöhnlich noch verwerflich. Aber jammerschade, wie ich nach einem Lokalaugenschein finde. Die beschriebene Liegenschaft ist mittlerweile kräftig verwildert.
Nebst Streuobstwiese sind Pflanzen und Gebüsch sonder Zahl gesprossen. Die paar Hundert Quadratmeter sind eine veritable Wildnis mit großer Artenvielfalt geworden, in der sich Kleintiere, Insekten, zahlreiche Vögel und vermutlich auch Fledermäuse wohlfühlen.

Ungestört von Pestiziden, Kurzrasen und versiegelten Flächen. Nach den Kriterien der Artenvielfalt ist dieser Schloßberg ein ökologischer Schatz. 
In weiten Teilen der Erde sollte aus dem rodenden Menschen längst ein pflanzender oder wenigstens zulassender Mensch geworden sein. In den letzten Jahren ist einer Studie nach die Insektenmenge um 75 Prozent geschrumpft, die Zahl der Singvögel dramatisch gesunken. – Da zählt jede noch so kleine Oase.

Die amerikanische Roosevelt-Stiftung hat das früh erkannt. Schon in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts renaturierte sie zu Ehren des legendären Präsidenten eine Insel im Potomac River und ließ sie kontrolliert verwildern. Sie ist heute eine große Attraktion.
Übrigens: Kürzlich las ich, dass in einem Kubikmeter unberührten Bodens mehr Mikroorganismen leben, als es Menschen auf der Erde gibt. - Einfach zum Nachdenken.

Beitrag in der Woche Gleisdorf...